Was sind PIWI´s?

Was sind PIWI´s?

PIWI steht für Pilzwiderstandsfähig und beschreibt damit die wichtigeste Eigenschaft dieser Sorten.
Warum das wichtig ist und wie uns diese neuen Sorten helfen können den Weinbau nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten? Wir haben hier die wichtigsten Infos zusammegefasst:

Resistente Sorten für weniger Pflanzenschutz

Sauvitage Jungfeld.

Die „guten Gene“ für ein besseres Imunsystem

Zu den größten Bedrohungen des Weinbaus gehören die Pilzkrankheiten. Darunter hauptsächlich der sogenannte echte und falsche Mehltau Pilz. Will man gesunde Trauben ernten um qualitativ hochwertige Weine zu produzieren, ist Pflanzenschutz unvermeidbar.
Was bringen nun die „neuen Sorten“?
Durch geziehlte Züchtung und Selektion bringen die Sorten einfach gesagt bessere Gene mit. Sie haben damit von Haus aus ein gewisses Maß an Resistenz oder besser gesagt Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten.
Das ist allerdings keine absolute Imunität! Das bedeutet, dass auch diese Sorten Pflanzenschutzmaßnahmen benötigen. Aber sie benötigen deutlich weniger ( im Vergleich zu klassischen Rebsorten wie z.B. Riesling oder Grauburgunder).
Deshalb können bei den PIWI´s deutlich Pflanzenschutzmittel eingespart werden!

Mehr Krankheitsdruck durch Klimawandel

Pilzkrankheiten lieben den Klimawandel

Der Klimawandel sorgt für höhere Durchschnittstemperaturen und zunehmende Unwetter Ereignisse.
Warum lieben die Pilzkrankheiten diese Umstände: Wer schonmal in der Schulzeit seine Brotdose im Schulranzen vergessen hat kennt das Phänomen: Nach den Sommerferien findet man eine bunte Pilzkultur in der Dose vor (sofern man sich traut die Dose zu öffnen).
Ein warm-feuchtes Klima, wie das in der Brotdose über Sommer, ist für Pilze idealbedinung zum wachsen und keimen.
Dasselbe passiert auch im Weinberg bei zunhemnder Temperatur und feuchtem Klima. Jetzt könnte man sagen: „Aber ihr Winzer jammert doch immer über trockene Sommer“
Ja das stimmt. Aber dem Pilz reicht auch schon der Morgentau auf dem Blatt oder hohe Luftfeuchtigkeit (wie bei schwüler Gewitterluft) um sich pudelwohl zu fühlen.
Was bedeutet das für den Weinbau? Der Krankheitsdruck auf die Pflanzen steigt massiv an und der Bedarf an Pflanzenschutz wird ebenfalls höher.
Und hier zeigt sich der entscheidende Vorteil der PIWI´s. Durch das, vereinfacht ausgedrückt, „bessere Imunsystem“ kommen sie auch mit dem steigenden Druck besser klar und sind dadurch besser angepasst.

Sauvitage Jungfeld.

Gesunde Trauben für Qualität im Glas

Sauvitage Jungfeld.

Keine Angst vor dem Unbekannten!

Das größte Problem der PIWI´s ist die Angst der Verbraucher vor dem Unbekannten.
Oft liest man im Web Aussagen wie: „An meinen XY (hier eine bekannte klassische Rebsorte einsetzen) kommen die aber nicht dran!“
Wir wollen gar nicht abstreiten, dass einem ein x-belieber Piwi Wein aus dem Regal dem persöhnlichen Lieblingswein nicht das Wasser reichen kann. Aber wir wollen trotzdem ein bisschen mit den Vorurteilen aufräumen:

„PIWI´s sind qualitativ immer schlechtere Weine“
Solche pauschalen Aussagen sind beim Wein sowieso immer schwierig, weil wir zu viele Variablen haben (Jahrgang, Boden, Keller,… um nur einige zu nennen) aber auf einen Punkt wollen wir hier eingehen: Die Traubengesundheit. Die ist immer ein essentieller Baustein für qualitativ hochwertige Weine egal um welche Rebsorte es sich handelt. Jetzt haben wir gelernt, dass die PIWI´s durch ihre speziellen Eigenschaften dem steigenden Krankheitsdruck besser standhalten können. Im Zweifelsfall (z.B. bei schlechten Bedinungen im Herbst: warme Temperaturen und viel Regen) haben wir bei den PIWI´s ggf. gesünderes Lesegut und damit auch bessere Vorraussetzungen für qualitativ hochwertige Weine.

„PIWI´s schmecken nicht!“
Wir können gut nachvollziehen, dass ein Kunde, der bevorzugt einen trockenen Grauburgunder trinkt, mit dem Musacris lieblich so seine Probleme hat. Das liegt dann aber weniger an der Eigenschaft PIWI sondern an dem sortentypischen Aroma des Muscaris und dem hohen Restzucker. Dem Kunden würden wir dann eher einen Sauvgnon Gris empfehlen, da die Sorte eher zu den Präferenzen des Kunden passt.
Das heißt einfach gesagt: Die Eigenschaft PIWI und die Sortentypizität im Bezug auf Geschmacksbild und Aroma sind „zwei verschiedene paar Schuh“.
Bei der Weinauswahl hilft es dabei immer den Winzer des Vertrauens zu befragen. Der kann einem auch aufgrund des persönlichen Geschmacks die passende PIWI Sorte empfehlen.

 

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